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Salzsümpfe, Salzwiesen

   

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In der Region Braunschweig / Ostfalen finden sich einige Stellen, an denen salzhaltiges Wasser ("Sole") an die Erdoberfläche dringt. Die entsprechenden Flächen und ihre Randzonen weisen eine Salzvegetation auf, deren Artenbestand vor allem von der Nordseeküste her bekannt ist. Es ist in der Tat verblüffend, die Strand-Aster, das Milchkraut oder gar den Queller an binnenländischen Standorten wieder anzutreffen, hunderte von Kilometern von der Küste entfernt.

Die Gruppe der Halophyten, der Salzpflanzen, ist recht klein und damit auch für den Laien überschaubar. Alle Arten besitzen spezielle Anpassungsmechanismen an ihren "Extrem-Standort", denn üblicherweise wirkt Salz für die Pflanzen wie Gift. Die Frage nach dem Grad der Salztoleranz hat in Labor-Experimenten aber kaum relevante Ergebnisse erbracht, da vor Ort nicht die Tatsache der Salzverträglichkeit an sich, sondern die jeweilige Wuchskraft im Vergleich zu anderen Spezies die ausschlaggebende Rolle besitzt. Mithin gelten also Konkurrenzverhältnisse, wie an anderen Standorten auch. Frei davon bleibt allein der Queller, der sich als Pionier in die salzigste Zone vorwagt, die von keiner anderen Pflanze mehr besiedelt werden kann. Untersuchungen, vor allem an der Barnstorfer Salzwiese, haben eine Zonierung der Vegetation erwiesen, die den abnehmenden Graden des Salzgehaltes mit zunehmender Entfernung von der Solequelle entspricht. Während im Zentrum nackte Erde anzutreffen war ("Salzsumpf"), bestand der äußere Ring aus einer salztoleranten Wiesenvegetation ("Salzwiese").

Die Salzpflanzen sind derart signifikant, dass im umgekehrten Verfahren ihre Existenz an einem Standort den Nachweis von Salz erlaubt. Dies trifft in besonderem Maße auf die leicht erkennbare Strand-Aster zu.

Für die regionale Verteilung der Salzstellen kann zunächst kein simples Muster angegeben werden, allerdings klären sich die Verhältnisse etwas im Blick auf die geologische Übersichtskarte. Hier soll als Hinweis auf Salzstandorte nur die Hebungsachse des Asse-Heeseberg-Zuges und das obere Allertal genannt werden. Salzquellen können sich aber nicht nur am Rande von Höhenrücken, sondern auch in weitgestreckten Niederungszonen bilden.

Alle natürlichen Salzstandorte und ihre Vegetation sind trotz gesetzlicher Schutzbestimmungen als stark gefährdet einzustufen, insbesondere durch mögliche Eingriffe in den Gebietswasserhaushalt, aber auch durch atmosphärische Verunreinigungen (Nährstoffeintrag). Aus älteren Beschreibungen sind etliche Salzstellen bekannt, die heute nicht mehr aufzufinden sind oder nur klägliche Überreste des einstigen Pflanzenbestandes aufweisen. In Einzelfällen können Pflegemaßnahmen den Schwund aufhalten, wie etwa in Salzdahlum. Den ehrenamtlichen Pflegeeinsätzen ist es zu danken, dass dieses letzte Zeugnis der 1000jährigen Salinentradition erhalten blieb. Bei dem gegebenen Gefährdungsgrad fällt den künstlich geschaffenen Salzanreicherungen eine besondere Rolle im Sinne eines Ersatzbiotopes zu; als Beispiel dafür wäre die Kalihalde von Beienrode am Dorm zu nennen.


[ Kulturfolge: Als krasses Beispiel die Gelände-Aufschüttung für einen Fußballplatz ]
[ Vergleich: Sekundäre Salzstellen (z.B. an Kalihalden), Wiesenflächen ohne Salzeinfluss ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-salzvegetation.html, Stand: 1. Oktober 2005