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Schloß Oelber: Aus der Geschichte


Der Ort Oelber liegt in einem Längstal des Salzgitter-Höhenzuges, nach Norden abgeschirmt durch die Lichtenberge (siehe auch Burg Lichtenberg). Die Zusatzkennzeichnung des Dorfes geht auf einen Kalkabfuhrweg zurück, der den Beobachtern wie ein "weißer Weg" erschien.

Die Besitzgeschichte liest sich anscheinend einfach. 1274 verkaufen die Edelherrn von Meinersen das ganze Dorf an die Familie von Krebs. 1296 und 1299 urkunden bereits die von Cramm in Oelber, die bis zur Gegenwart die Burg bzw. das Schloß besitzen. Etwas komplizierter wird die Sache dadurch, daß die Familie von Cramm die Burg über lange Zeiten nicht allein innehatte, sondern sich den Besitz teilen mußte. 1390 werden die von Steinberg als Mitinhaber genannt, wenig später treten an ihre Stelle die von Bortfeld. Die beiden besitzenden Familien teilten wiederum ihre Rechte, so daß man bis ins 18. Jahrhundert vier Rittersitze zählte. Nachdem 1686 die von Bortfeld ausgestorben waren (Lehnsübergabe bereits 1623), wurden die Probleme nicht unbedingt kleiner: der Streit setzte sich nun innerhalb der Familie von Cramm noch einige Zeit fort.

Etwas undurchsichtig sind die Verhältnisse in Bezug auf die Lehnshoheit. Immerhin ist es möglich, daß es sich zunächst um Allodialgut (Eigengut) der Edelherrn von Meinersen gehandelt hat; auf einen zügigen Rodungsvorgang deutet die geschlossene Grundherrschaft über das gesamte Dorf, die in unserer Gegend nicht allzu häufig auftritt. Jedenfalls überträgt der letzte aus diesem Geschlecht 1353 sämtliche verbliebenen Besitztitel an das Hochstift Hildesheim. Nach der Einnahme des "Großen Stiftes" durch den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel im Jahre 1523 wechselte die Landeshoheit. Wie es scheint war aber das Bistum noch Ende des 16. Jhs. an den Lehnsrechten beteiligt (Schultz 1989).

Die Burg selbst, genauer: die Oberburg geht in ihrem runden Grundriß wahrscheinlich bis in das 12. Jahrhundert zurück. Das heutige Erscheinungsbild ist Resultat einer umfassenden Erneuerung, die fast einem Neubau gleichkam, durchgeführt um 1580. Das Renaissance-Portal des nach Süden weisenden Torhauses trägt die Datierung 1588. Der ursprünglich umlaufende Wassergraben ist heute gänzlich verschwunden. Dem 19. Jahrhundert ist ein kleiner, aber wirkungsvoller Eingriff zu verdanken: Der runde Treppenturm im Innenhof erhielt einen erhöhenden Aufsatz und eine über angedeutete Fußscharten vorkragende Türmerstube. So erscheint über dem Schloß die recht malerische Kulisse eines altertümlichen Bergfriedes. Die Ausbauten im östlichen Trakt treten hingegen wenig hervor und passen sich in das erfreulich geschlossene Gesamtbild ein.



Literatur
Historische Stätten, Niedersachsen und Bremen, 1976. Schultz 1989. Besondere Einzelangaben im Text in Klammern gesetzt. Nachweise finden sich unter Burgen: Literatur.

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http://www.region-braunschweig.de/burgen/orte/oelber90.html, Stand: 3. November 2005