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Ackerränder, Äcker

 

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Anmerkungen

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Rein von der Fläche her begründet müssten die "Biotope" der Äcker in dieser Dokumentation mit einem beträchtliche Umfang vertreten sein, da der größte Landanteil in der Region Braunschweig / Ostfalen eben von Ackerbreiten eingenommen wird (in der Kernzone, den Lössbörden, ist der Grünlandanteil an der Landwirtschaftlichen Nutzfläche verschwindend gering). Aber bei den Ackerflächen handelt es sich - aufs Ganze gesehen - doch um ziemlich monotone, naturferne Flächen. Und an dieser Einschätzung ändert auch nichts, dass das kräftige Gelb der Rapsfelder zeit- und strichweise ein abwechslungsreiches Landschaftsmosaik hervorbringt. Ökologisch betrachtet handelt es sich um eine Monokultur, die nur wenigen Tierarten Nahrung und Heimat bereit stellt. Wesentlich interessanter in dieser Hinsicht sind da schon die Ackerrandstreifen und verbliebene unbewirtschaftete Zwickel, die sich hier und da in der Agrarlandschaft finden lassen.

Obwohl Ackerränder und Äcker ganz unterschiedliche Nutzungsbedingungen aufweisen - als Unterscheidungsmerkmal vor allem der regelmäßige Umbruch, das Pflügen der Felder, was bestimmte Arten unterdrückt, andere fördert - so sollen doch beide Bereiche gemeinsam behandelt werden. Nicht nur deshalb, weil ein Betrachter stets beide Zonen wahrnimmt, sondern auch wegen der zumindest partiellen gegenseitigen Durchdringung. Ein Beispiel dieser Art bietet der (Saat-) Mohn, den man von den Feldrainen her kennt, der aber, wie inzwischen wieder häufiger zu beobachten ist, auch in die Randbereiche der Felder einwandert. Die Ackerflächen bildeten einst seine eigentliche Heimat.

Natürlich kann man grundsätzlich fragen, ob diese heutzutage sehr stark überprägten Biotop-Typen überhaupt Gegenstand einer Dokumentation sein sollen, die sich an möglichst naturnahen Landschaftszuständen orientieren will und Kultur-Biotope nur dann vorstellt, wenn sie zum altüberkommenen Landschaftsbestand gehören. Tatsächlich werden Äcker und ihre Randstreifen von uns in diesem Rahmen als Ausnahme betrachtet, die sich vor allem aus der Gefahr der noch weitergehenden Artenverdrängung rechtfertigt. Mit der Darstellung soll der Blick für selten gewordene, bedrohte oder fast ganz verschwundene Pflanzenarten geschärft werden.

Noch in den 1960er Jahren sind umfangreiche Untersuchungen über die Ackerbeikrautvegetation unter pflanzensoziologische Gesichtspunkten angestellt worden. In den Studien finden sich Artenlisten für unterschiedliche Bodentypen und Nutzungssysteme, etwa für die differente Beikrautflora auf Hackfrucht- oder Getreideäckern. All dies ist heute in seinen Einzelheiten nur noch eine historische Erinnerung, da massiver Einsatz von Dünger und Herbiziden kaum mehr etwas von der einst vorhandenen Artenvielfalt übrig gelassen haben. Aber immerhin besitzen wir damit einen Gradmesser zur Beurteilung von Schutzmaßnahmen (etwa für das "Ackerrandstreifen-Programm") und für die Auswirkungen von ökologisch ausgerichteten Bewirtschaftungsformen. In diese Richtung sind die Hoffnungen zu lenken. Denn ich persönlich würde auch in der Umgebung Braunschweigs gerne den prächtigen Feld-Rittersporn einmal wiedersehen. Und dieser sei hier eben nur "pars pro toto" genannt.



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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
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http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-ackerrand.html, Stand: 1. Oktober 2005