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Berg-Wiesen

 

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Die Oberharzer Bergwiesen mit ihren farbenfrohen Blütenaspekten gehören wohl mit zu dem Prächtigsten, was uns die Natur in unser Region zu bieten hat. Auch wenn diese Wiesen Kulturschöpfungen sind, das heißt an ganz bestimmte menschliche Nutzungsformen gebunden, so stellen sie doch einen Teil des landschaftlichen Gesamterbes dar, das es nicht nur aus ästhetischen Gründen zu bewahren gilt. In die Waagschale fallen dabei ebenso Gesichtspunkte der Arterhaltung, denn etliche Pflanzenarten sind gerade an diese spezifischen Pflanzengesellschaften gebunden, daneben aber auch ökologische Aspekte im weiteren Sinne, beispielsweise die Verflechtung mir einer reichen Schmetterlingsfauna.

Als eine der Kenn-Arten für die Bergwiesen der montanen Höhenstufe wird der Bärwurz angesehen. Bärwurz-Wiesen soll es einst auch im Solling gegeben haben, wo aber nur noch degenerierte Restbestände solcher Wiesenflächen zu finden sind. Was die Oberharzer Bergwiesen betrifft, so kann man inzwischen eine wiedererwachende Wertschätzung feststellen. Immerhin besitzen die bunten Wiesenflächen, die sich wie ein breiter Kranz um die Ortschaften von Clausthal-Zellerfeld, St. Andreasberg, Braunlage oder Hohegeiß legen, im Sommer eine beträchtliche Anziehungskraft für Feriengäste und Kurzurlauber.

Selbst der Viehaustrieb im Frühjahr ist durch geschmückte Tiere, Kuhglocken, Spielmannszüge inzwischen zu einer Touristen-Attraktion geworden. Damit aber sind wir in mehrfacher Hinsicht im Randbereich unserer Ausgangsfrage angekommen. Denn hier soll das Augenmerk auf Wiesen gelenkt werden, nicht auf Weiden, die dauerhaft von Tieren bestanden sind. Diese zeigen nämlich wegen beständigem Verbiss und Viehtritt eine ganz andere Artenzusammensetzung, die in Vielfalt und Blütenaspekten auch nicht entfernt an die eigentlichen Wiesenflächen heranreicht.

Die Standortfaktoren der Oberharzer Bergwiesen lassen sich recht gut beschreiben. Sie sind einerseits geprägt durch die kalkarmen Böden, andererseits durch die klimatische Höhenstufe, in der die Vegetationsperiode durch lange Winter verkürzt, der Niederschlag hoch und das Klima insgesamt bereits als recht rauh zu bezeichnen ist. Die Nährstoffverhältnisse sind von Natur aus arm. Eine Düngung mit Stallmist erfolgte traditionell nur in direkter Nähe der Orte, wodurch sich dort stellenweise eine etwas andere Wiesenfazies ausgebildet hat. Die Gefahr der Umwandlung in Ackerflächen besteht nicht, da im Oberharz kein erfolgversprechender Ackerbau betrieben werden kann. Dennoch sind die agrarökonomischen Zwänge nicht zu unterschätzen, wie sich an zunehmender Düngung im Umkreis von Zellerfeld ablesen lässt. Als ebenso großes Problem hat sich die Ausweisung von Bauland für Eigenheime, Ferienanlagen, Gewerbegebiete und Straßen erwiesen. Denn der Wald besitzt weitgehenden Bestandsschutz - obwohl es sich im Harz fast immer um monokulturelle Forstplantagen handelt.

Abschließend ist noch einmal auf die Problematik der "Kulturbiotope" zurückzukommen. Selbstverständlich sind einige der gut erhaltenen Wiesenbezirke unter Naturschutz gestellt worden. Damit ist jedoch nur wenig erreicht, wenn nicht auch für eine Fortsetzung der traditionellen Nutzung gesorgt ist, denn ohne diese beginnt über kurz oder lang die Verwilderung, die über verschiedene Zwischenstadien schließlich zur Wiederbewaldung führt. Die Wiesen brauchen also ihre regelmäßige Mahd - und diese ist keineswegs auf Dauer sichergestellt.


[ Kulturfolge: Zerstörung durch Nutzungsintensivierung oder Auflassung, Überbauung, seltener Aufforstung ]
[ Vergleich: Feuchtwiesen ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
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http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-bergwiese.html, Stand: 1. Oktober 2005