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Hochmoore

 

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Im Gegensatz zum Niedermoor bezieht das Hochmoor seinen Wasserüberschuss allein aus den Niederschlägen (Tau, Regen, Schnee etc.). Da das niveau-aufhöhende Wachstum der Pflanzen und die Ablagerung ihrer Zersetzungsprodukte unabhängig vom Grundwasserstand erfolgt, kann das Hochmoor über die benachbarten Flächen hinauswachsen. Bei ungestörten Hochmooren lässt sich tatsächlich ein deutliches Ansteigen des Randbereiches beobachten, insgesamt eine "uhrglasförmige" Aufwölbung des Moores im Vergleich zu seiner Umgebung [Anmerkungen].

Ungestörte Hochmoorflächen sind weitgehend baumfrei, denn unsere heimischen Baumarten können hier wegen Wasserüberschuss und Nährstoffarmut nicht überdauern. In Hochmooren finden sich nur wenige spezialisierte Pflanzen. Eine besondere Rolle nehmen Arten der Sphagnum-Moose ein; ihre Eigenart ist für die allmähliche Aufhöhung des Moores verantwortlich: auf den älteren Sprossen wachsen nämlich - ohne irgendeinen Kontakt zum Erdboden - die jüngeren Triebe auf. Das Zerfallsprodukt, also der Torf dieser Moose, kann Schichten von mehreren Metern Stärke bilden.

Aber zu den Extrembedingungen im Moor gehört nicht nur ein Übermaß an Feuchtigkeit, es kann auch zu ausgesprochener Trockenheit an der Oberfläche bzw. auf den hochstehenden Bulten kommen. Daneben treten auch außergewöhnliche Temperaturschwankungen auf.

Hochmoore finden sich nur im Norden unseres Gebietes und dann erst wieder im Oberharz. Der Grund liegt in den mittleren jährlichen Niederschlagssummen, die in der landschaftlichen Zwischenzone für das Hochmoorwachstum nicht ausreichen. Die Hochmoorentwicklung benötigt etwa 650 mm Niederschlag pro Jahr, nach anderer Auffassung sogar 700 mm. Die Differenz in den Angaben weist darauf hin, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielen, etwa die Verteilung der Niederschläge im Jahreslauf und Abweichungen in den einzelnen Jahre oder auch Durchschnittstemperaturen und Verdunstung.

Die allermeisten Hochmoore im Tiefland sind Opfer einer wirtschaftlichen Verwertung geworden. Der Torfabbau beispielsweise im Großen Moor nördlich von Gifhorn ist bis heute nicht gestoppt worden. Wer ein solches Hochmoor besichtigt, trifft auf mehr oder minder deutliche Degenerationsstadien. Trotzdem beeindrucken diese Gebiete durch ihre seltsam karg anmutende Vegetation und die eigentümliche Stille, die sich dort ausbreitet. Denn auch die Vogelwelt ist in Arten und Zahlen in den Hochmooren sehr beschränkt.

Ganz anders sieht die Bestandssituation im Oberharz aus. Hier ist ein großer Teil der Moore in weitgehend natürlichem Zustand erhalten, insgesamt fast 4,5 Quadratkilometer waldfreie Fläche, zu denen noch einmal das Doppelte an Moorfichtenwald hinzuzurechnen ist. Die Moorgebiete sind jedoch empfindlich und deswegen streng geschützt; alle Flächen liegen im Nationalpark Harz. Eine Besichtigung ist am Bodemoor möglich: dort ist ein Bohlenweg und eine Aussichtsplattform vorhanden.


[ Kulturfolge: Im Tiefland entstanden nach Entwässerung und Abtorfung in unterschiedlichen Kulturformen Wiesen, Weiden und auch Ackerland. Für die Harzmoore blieben die beabsichtigten Nutzungen in den Ansätzen stecken und wurden schließlich aufgegeben ]
[ Vergleich: Niedermoore ]


Weiteres: http://www.nationalpark-harz.de


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-hochmoor.html, Stand: 1. Oktober 2005