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Heideflächen

   

Bildserien zu dieser Biotopgruppe


Die im August lila-rot aufblühenden Heidebestände besitzen für viele Menschen eine hohe Anziehungskraft. Dies ist dann die Zeit für Ausflüge in Richtung Wilseder Berg, dem wohl bekanntesten Teilgebiet der Lüneburger Heide. So weit muss man allerdings von Braunschweig aus nicht fahren. Da empfiehlt sich eher der sogenannte "Heilige Hain" bei Hankensbüttel (Nordkreis Gifhorn). Oder - noch nähergelegen - die Eyßelheide direkt vor den Toren der Stadt Gifhorn. Gut ausgebildete Heideflächen finden sich also auch im nördlichen Teil der Region Braunschweig / Ostfalen.

Größere Heideflächen des Binnenlandes sind als Kultur-Biotop anzusprechen, sie verdanken ihre Entstehung und Erhaltung ebenso wie die meisten anderen Rasenformationen der menschlichen Wirtschaftstätigkeit. Damit lassen sich diese Gesellschaften im weiteren Sinne zu einer Gruppe zusammenfassen. Die Problematik um die Schaf-Beweidung, die aufrecht erhalten werden muss, ist jedoch nur bei den Calluna-Heiden allgemein bekannt. Unterbleibt dieser extensive Viehtrieb, so treten bald die ersten Birken- und Kiefernschösslinge auf, die das Areal über kurz oder lang in einen Wald zurückverwandeln. Die heute in den Heidegebieten so weit verbreitete Kiefer muss allerdings als eine standortfremde Baumart gelten.

Aus Waldflächen ist einst die Heide auch entstanden, wobei es sich zumeist um die trockene Ausbildung des Eichen-Birken-Waldes gehandelt haben wird. - Wo sind die alten großen Eichen geblieben? Zu Häusern verbaut und verfeuert, und im Nachwuchs behindert durch die einst allgemein übliche Waldweide. In diese offenen Flächen wanderte die Besenheide (Calluna vulgaris) ein, die sich in natürlicher Verbreitung an lichten Waldstellen, an sandigen Wegrändern und im Umkreis von Mooren findet.

Der Zwergstrauch Calluna besetzt in büscheligen Beständen die weitaus größten Anteile der trockenen Sandflächen. In feucht-nassen Bereichen tritt die Glockenheide auf (Erica tetralix), die hinsischtlich des Nährstoffangebotes ebenfalls extreme Verhältnisse bewältigen kann. Der übrige Pflanzenbestand einer gut ausgebildeten Heide ist in Artenzahl und Flächendeckung vergleichsweise klein, was mit den kargen Bodenverhältnissen als auch mit der Nutzungsform erklärt wird. Zu erwähnen ist aber noch die stellenweise enge Verzahnung mit den Pionier-Pflanzen der Binnendünen und den heidefreien Sand-Magerrasen, die auch als Stadien einer Entwicklungsreihe auftreten, die in der Flächenverbreitung von Calluna enden kann. Im Gegensatz zum schmalen Artenbestand der höheren Pflanzen steht die vielfältige Ausprägung der Flora, was Moose, Flechten und Pilzarten angeht. Daneben ist auf das reich entwickelte Tierleben hinzuweisen, das sich durch vielerlei Spinnen und Käfer, Schmetterlinge, Bienen, Wespen, Grabwespen und auch Reptilien entfaltet.

Das Auftreten von Calluna ist vornehmlich auf kalkfreien Sanden zu beobachten. Dem entsprechend sind die Standorte dieses Biotop-Types in den eiszeitlich geprägten Gebieten des Nordens zu suchen. Der Raum Gifhorn wurde bereits genannt. Die direkte Umgebung der Stadt Braunschweig ist als letzter Ausläufer der norddeutschen Geest zu betrachten, das Heidekraut tritt hier aber heute stark zurück. Ein weiteres Gebiet mit sehr reinen Sanden finden wir nördlich von Königslutter ("Tertiäre Sande"), wo sich auf einem besonders trockenen Standort eine schöne Calluna-Heide erhalten hat. Einzelne Pflanzen oder kleine Herden lassen sich an verschiedenen Stellen des nordöstlichen Harzvorlandes entdecken, sie weisen auf nährstoffarme Sand- oder Silikatsubstrate hin. Im Harz ist das großflächige Heidevorkommen westlich von Clausthal-Zellerfeld auf die Schwermetallanreicherung infolge des Bergbaus zurückzuführen.


Anmerkungen sind bei Sand-Magerrasen zusammengefasst.


[ Kulturfolge: Kiefernforsten, Äcker (Düngung, z.T. Beregnung) ]
[ Vergleich: Sand-Magerrasen , Kalk-Magerrasen ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-heide.html, Stand: 1. Oktober 2005