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Kalk-Magerrasen

   

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Wie auch bei den anderen Rasengesellschaften gilt: Kalk-Magerrasen ist ein Kultur-Biotop, das durch menschliche Einwirkung an die Stelle des Waldes getreten ist. Es kann nur fortexistieren, wenn die Nutzungsform, die seine Entstehung bewirkt hat, nicht über allzu lange Zeit entfällt. Als althergebrachte Nutzung ist hier der gelegentliche Weidetrieb von Schafen und Ziegen zu nennen.

Kalk-Magerrasen bilden die ältesten Kultur-Biotope, die wir in unserer Landschaft vorfinden. Ihre Entstehung wird mit den ersten Ackerbauern in Verbindung gebracht und dürfte damit den Übergang von der Sammler- und Jägerkultur zu Feldbau und Viehzucht, also den Beginn der Jungsteinzeit markieren (bei uns zeitlich sehr früh, etwa seit 5.500 v. Chr.). Der Zusammenhang ergibt sich vor allem aus der Viehhaltung; da Weiden im heutigen Sinne nicht vorhanden waren, wurden die Tiere in die Wälder eingetrieben, was bei kontinuierlicher Holzentnahme oder auch infolge Alterszerfall zur Vernichtung des Baumbestandes führte. Die extensive Weidelandschaft konnte sich vor allem auf den Kalkstein-Höhenrücken erhalten, die für den Ackerbau nur bedingt oder gar nicht geeignet waren.

Man kann davon ausgehen, dass die Pflanzen der jetzt in hohem Maße gefährdeten Kalk-Magerrasen im großen und ganzen bereits seit Jahrtausenden eine stabile Vergesellschaftung bilden. Der Artenbestand ist als reich und vielfältig zu kennzeichnen. Eindrucksvoll sind auch die verschiedenen Blütenaspekte, die sich im Verlauf des Sommers ausbilden. Im Sinne einer regionalen Charakterisierung wäre zu vermerken, dass an den südöstlichen Standorten Enziane nicht mehr vertreten sind. Hier macht sich das bereits leicht kontinental getönte Klima im ostbraunschweigischen Hügelland bemerkbar (-> Steppen-Rasen).

Sämtliche Arten sind auf das Kalk-Substrat bezogen, andererseits jedoch sehr genügsam, was die Versorgung mit anderen mineralischen Grundstoffen angeht. Auch darin liegt ein weit verbreiteter Irrtum, dass nämlich Düngung generell zu verbessertem Pflanzenwachstum führt. Im Gegenteil: der größte Teil der heimischen Pflanzen ist an relativ nährstoffarme Verhältnisse angepasst. Eine einzige kräftige Gabe von handelsüblichem Nitrat-Dünger kann auf den mageren Standorten eine fürchterliche Wirkung entfalten: einige wenige Arten erhalten dadurch einen Entwicklungsschub und dunkeln die übrigen, durchweg lichtliebenden Spezialisten aus. Ganze Pflanzen-Populationen können einem solchen "Ereignis" zum Opfer fallen. Damit wird auch die Gefahr deutlicher, die den Kalk-Magerrasen aus der Luft droht, vornehmlich durch Stickstoff-Verbindungen im Regenwasser.

Kalk-Magerrasen sind in einer breiten mittleren Zone der Region der eigentlich bestimmende Typ der Rasenvegetation und wirken dabei gebietsweise sogar landschaftsprägend, was auf die Größe der Einzelflächen und ihr eigentümlich struppiges Erscheinungsbild zurückzuführen ist. Allerdings muss man hinsichtlich der Fläche dieses Biotoptyps insgesamt und der Größe der einzelnen Areale doch einen beträchtlichen Rückgang konstatieren. Die Frage der dauerhaften Sicherung, allein durch extensiven Viehtrieb zu bewirken, ist bis heute ungelöst. Passabel erhaltene Kalkrasen finden sich am Ösel bei Wolfenbüttel, am Salzgitter-Höhenzug sowie in einzelnen Flächenstücken am Huy. Die Vegetation am Heeseberg bildet nach herrschender Auffassung einen Übergang zu den Steppen-Magerrasen.


Anmerkungen sind bei Steppen-Magerrasen zusammengefasst.


[ Kulturfolge: Aufforstung ]
[ Vergleich: Heideflächen , Sand-Magerrasen , Steppen-Magerrasen ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-kalkrasen.html, Stand: 1. Oktober 2005