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Sand-Magerrasen

 

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Anmerkungen

Bildserien zu dieser Biotopgruppe


Sand-Magerrasen sind in der direkten Umgebung der Stadt Braunschweig einstmals wesentlich weiter verbreitet gewesen als heute. Die östlich gelegenen sandigen Anhöhen bei Cremlingen lassen sich als die Vorposten der norddeutschen Geest betrachten (den Einheimischen besser bekannt ist das Gebiet "Heidberg", die Bezeichnung "Zuckerberg" weist noch deutlicher auf Schmelzwassersande hin). Rasenformationen auf Sand treten aber auch in anderen Teilen der Region Braunschweig / Ostfalen auf. Als Standorte sind vor allem Binnendünen und sandige Fluss-Terrassen zu nennen, diesen ähnlich dann die Fluss-Schotterfluren am Harzrand (als Biotopgruppe gesondert behandelt). Daneben wären ältere Sande und Sandstein-Verwitterungen einzubeziehen, im weiteren Sinne auch andere bodensaure Gesteinsverwitterungen.

Mit Recht ist darauf hingewiesen worden, dass es sich bei den Sand-Rasen (auch) um eine Sukzessionserscheinung handelt. Liegt ein sandiges Substrat vor, das keine entwickelte Bodenkrume trägt, etwa eine aufgelassene Bausandgrube, wird sich von alleine eine Pflanzengesellschaft einstellen, in der wir einige kennzeichnende Arten der hier behandelten Gruppe wiedererkennen. Tut man nichts, entsteht dort also eine Form von Sandrasen. Einstweilen, muss man aber hinzufügen, denn in der natürlichen Sukzessionsfolge ist dies nur ein Zwischenzustand, der bald von Verbuschung und der beginnenden Wiederbewaldung abgelöst wird. Ein gut ausgebildeter, in seiner gesamten Artenzusammensetzung als charakteristisch zu bezeichnender Sand-Magerrasen entsteht auf diese Weise nicht.

In der Tat ist die gut ausgebildete Erscheinungsform der Sand-Magerrasen auf gelegentlichen Viehtrieb angewiesen. Erst dadurch können sich einige der selteneren Arten dauerhaft etablieren, daneben entstehen auch frische Sandanrisse, in denen für die Erstbesiedler wieder neuer Lebensraum entsteht. Typische Sandrasen stellen ein Kultur-Biotop dar. Ihre spezifische Artenzusammensetzung geht oft auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Wenn sich die fehlende Beweidung in den letzten Jahrzehnten doch nicht so stark auf den Pflanzenbestand ausgewirkt hat, wie zu befürchten war, so liegen im Einzelfall oft sehr unterschiedliche, manchmal auch kuriose Gründe vor. Diese können von der Beäsung durch Kaninchen bis zum Standquartier eines Zirkusses reichen; meistens aber beugt schon eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Begehung der schnellen Degeneration vor.

Das große Missverständnis liegt nun darin, dass die Flächen mit Sand-Magerrasen als Ödland angesehen werden, das zu jeglicher Art der Verwertung einlädt. Im Norden Braunschweigs sind Hafen und Flughafen, Autobahntrassen sowie ausgedehnte Gewerbezonen auf eben jenen Sand-Standorten angelegt worden, so dass die einst hier vorhandenen Magerrasen auf Restbestände zusammengeschmolzen sind. Den verbliebenen Flächen hat also eine besondere Aufmerksamkeit zu gelten, damit dieser Biotop-Typ nicht vollständig aus der genannten Landschaftszone verschwindet.

Noch ein Blick auf die Pflanzen selbst. Alle Arten weisen besondere Anpassungsmechanismen an die schwierigen Standortbedingungen auf, die sich aus einer Kombination von schneller Austrocknung, extremen Temperaturschwankungen, Nährstoffarmut und mehr oder minder saurem Bodenmillieu ergeben. Zu den "Abwehrstrategien" gehört zum Beispiel die geringe Größe, eine Wassersicherung durch nützliche Formen der Blattbildung (Verdunstungsschutz durch eine erdanliegende Blattrosette, dickfleischige Blätter als Wasserspeicher) und lange Blühzeiträume zur Sicherstellung der Fortpflanzung. Mit einiger Verwunderung kann man registrieren, dass auch typische Dünenpflanzen der Küstenregion auf den binnenländischen Sand-Magerrasen vertreten sind. Zu den leicht erkennbaren Arten dieser Gruppe gehört die Sand-Segge mit ihrer linienförmigen Ausbreitung und das hübsche Berg-Sandglöckchen (Jasione montana).


[ Kulturfolge: Aufforstung, z.T. auch Ackerflächen (Düngung), Überbauung ]
[ Vergleich: Heideflächen , Kalk-Magerrasen ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-sandrasen.html, Stand: 1. Oktober 2005