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Flussufer, Weichholzauen

   

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Die Thematik der Überflutung durch Flüsse ist seit den katastrophalen Hochwasserereignissen vom August 2002 wieder Gegenstand der Diskussion geworden. Während ein großer Teil der Ursachenforschung auf die globalen Klimaveränderungen beozogen wird, so fehlen doch die Stimmen nicht, die auf die massive Umgestaltungen in den Fluss-Auen hinweisen. Und damit wären wir bei den flussbegleitenden Auwäldern und ihrem Schicksal angelangt.

Bäche und Flüsse besitzen natürlicherweise eine Überflutungszone, die in unserer Region, außerhalb der Höhenrücken und des Harzes, eine Ausdehnung von mehreren hundert Metern erreichen kann. Die konkrete Ausformung der Talzüge im Großen erfolgte dabei nicht unter den heutigen Klimaverhältnissen, sondern im Eiszeitalter. Eine Einschätzung hinsichtlich der zu erwartenden Hochwasserereignisse ist durch die eiszeitlich vorgeprägten Höhenstufen ("Terrassen") gegeben, lässt sich aber in feinerer Differenzierung auch am natürlichen Bewuchs ablesen. Oder man muss besser sagen: ließ sich ablesen, also Vergangenheitsform.

Der gesamte Auenbereich der Flüsse, heute weithin durch bewirtschaftetes Grünland geprägt, war einstmals mit Wald bedeckt. Im allgemeinen unterscheidet man anhand der Baumarten die Weichholz- und die Hartholzaue. Als Weichholz gelten vor allem die verschiedenen Spezies der Weide (Salix sp.), die hohe Durchfeuchtung des Untergrundes vertragen und deren Zweige sehr elastisch sind, so dass sie von strömenden Wassermassen verbogen, jedoch nicht gebrochen werden. Auch die Pappel wird zur Weichholz-Gruppe gerechnet. Zum Baumbestand der Hartholzaue gehört die Stieleiche, daneben Ulme (besonders Flatter-U. und Feld-U.) und Esche. Sie können gelegentliche, nicht allzu lange Überflutungen ertragen.

Bei einem ungestörten Landschaftsbild wäre nun sehr leicht an den Vegetationszonen abzulesen, welche Randbereiche eines Gewässers in welchem Ausmaß von zyklischen (jährlichen) oder azyklischen Überflutungen betroffen sind. Dies ist aber leider nur eine theoretische Möglichkeit, da die ursprünglichen Vegetationszonen zerstört oder weitgehend überformt worden sind. Insgesamt handelt es sich um eine Vielzahl von Maßnahmen, die das Verschwinden des Auwaldes bewirkt haben. Einerseits sind es lokale Eingriffe, wie etwa Flussbegradigung und Deichbau, die der Entwässerung und Umwandlung in Wirtschaftsgrünland vorangingen (Aufschüttungen und Siedlungsbau als Ausnahmen). Andererseits wirken auch regionale und überregionale Faktoren, zu denen etwa Talsperren, Moorentwässerung, Waldrodung, im weiteren Sinne die Ausformung der heutigen Kulturlandschaft zu zählen sind.

Weichholz-Auwald ist in der Region Braunschweig / Ostfalen nur noch an wenigen Flussabschnitten vorhanden und dann stets auch in seiner Breitenausdehnung, die man ab Gewässerrand rechnen kann, beschränkt. Um die Betrachtung dieses Naturraumes nicht vorschnell zu verengen, gilt ein Seitenblick den Wasserpflanzen und der Vegetation der Schlamm- und Uferbänke. Entsprechend der Entwicklungsgeschichte dieser Talzone, die besonders durch dynamische Prozesse geprägt ist, entdecken wir auch Altarme, Flutmulden und Tümpel, die oft wie naturbelassene Inseln innerhalb des Wirtschaftsgrünlandes wirken. Gewässernahe Seggen-, Schilf- und Röhrichtflächen gehören zur Naturausstattung der Weichholzaue, wenn auch ihre heutige Ausdehnung zumeist auf sekundäre Prozesse zurückzuführen ist. Wenn die Aufgabe der Wiesennutzung noch nicht allzu lange Zeit zurückliegt, finden wir sogenannte Hochstaudenfluren vor, die als naturnahe Folgebiotope zumindest Beachtung verdienen.

Die Standortbedingungen innerhalb einer Weichholzaue sind durch die Überflutungen und deren Folgen geprägt. Die Strömungsdynamik kann das Bild der Vegetation im einzelnen immer wieder verändern, das typische Mosaik allerdings bleibt erhalten: zwar nicht in seiner räumlichen Anordnung aber doch in seinen einzelnen Bestandteilen. Neben der direkten Einwirkung des strömenden Wassers besitzen die angeschwemmten organischen und anorganischen Materialien eine entscheidende Wirkung. Sie machen die Fluss-Aue zu einem von Natur aus nährstoffreichen und damit fruchtbaren Landschaftsbestandteil.


[ Kulturfolge: Wiesen und Weiden ]
[ Vergleich: Hartholzauen , Sumpf- und Feuchtwälder , Fluss-Schotterfluren ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-weichholzaue.html, Stand: 1. Oktober 2005