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Hartholzauen

 

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Nach dem Wald auf den fruchtbarsten Ackerböden innerhalb der Lösszone, der entweder gar nicht mehr oder nur in stark überformten Resten vorhanden ist, sind es die Waldbestände der Hartholzaue, die flächenmäßig den größten Rückgang erlebt haben. Vielleicht aber muss man deren Bedrohung sogar als noch höher einstufen, da mit der Änderung der Abflussverhältnisse innerhalb der Talauen die Bedingungen ihrer Existenz grundsätzlich verloren gehen. In unser Region kann nur noch ein einziges Beispiel eines Hartholz-Auwaldes genannt werden, der in seiner Vegetation als halbwegs naturnah gelten kann.

Wer nach den Hartholz-Auwäldern fragt, macht sich auf die Suche nach älteren Landschaftszuständen. Denn diese Wälder säumten über hunderte von Kilometern unsere Talzüge im Tiefland. Aus der konkreten Höhenlage in Bezug auf die Fließgewässer und innerhalb der Fluss-Täler folgt zugleich ihre Zerstörungsgeschichte. Im Gegensatz zur Weichholzaue liegen diese Flächen fast immer in einem etwas höheren Talniveau und waren deshalb im Jahresverlauf nur kurz oder nur in außergewöhnlichen Jahren von Überflutungen betroffen (weiteres zum Thema unter Weichholzaue).

Bei dieser Sachlage konnten bereits lokale Eingriffe wie etwa Deichbau oder Flussbegradigung diesen Teil des Auenwaldes trockenlegen. Solche Flächen empfahlen sich anschließend zur Rodung, wobei die ziemlich fruchtbaren Böden, die aus den feinen Sinkstoffen im Flusswassers resultierten, passable Ackerstandorte abgaben. An der Stelle des Hartholz-Auwaldes finden sich heute nur selten Wiesen und Weiden, oft jedoch flussnahe Ackerbreiten.

Wo heute noch Hartholz-Auwälder bestehen, sind diese - soll ihre typische Vegetation erhalten bleiben - auf gelegentliche Überflutung angewiesen. Seit dem Bau der Harztalsperren ist dies jedoch in unserem Gebiet kaum mehr eine Frage der Naturkräfte, sondern der menschliche Entscheidung. Aber es gibt auch lokale Einwirkungsmöglichkeiten. Für den Hartholz-Auwald an der mittleren Innerste wäre beispielsweise zu prüfen, ob die Stauwehre in diesem Flussabschnitt so reguliert werden können, dass eine kontrollierte Überflutung des entsprechenden Waldbezirkes eintritt.

Aus Vergleichen ergibt sich für die Vegetation folgendes Bild: Als Hauptbaumart ist die Eiche anzusehen, daneben Ulme und Esche, gelegentlich treten auch Erle und Ahorn hervor. Unter den Sträuchern finden wir Weißdorn und Kratzbeere, den Blutroten Hartriegel oder auch die Schlehe. Ferner eine Art, deren Kulturform gut bekannt ist, die Rote Johannisbeere. In der Krautschicht ist fast immer das gelb blühende Scharbockskraut vertreten und der Gundermann, meist auch Hexenkraut und Wald-Ziest, etwas seltener das Echte Mädesüß. Die Große Brennessel besetzt oft größere Flächen, hat aber zugleich einen starken Widerpart im Kletten-Labkraut, das in der Lage ist, die Brennessel zu Boden zu ringen. Damit ist nur das Wichtigste genannt.

Stellenweise lassen sich noch kleinflächige Relikte der einstigen Hartholzaue auffinden. Als Beispiel mag der nördliche Teil des Richmond-Parkes im Stadtgebiet von Braunschweig dienen. Ebenfalls für Braunschweig kann von einer Besonderheit berichtet werden: am leicht ansteigenden Talrand einer "flusslosen" Niederung konnte sich die Flatter-Ulme kräftig ausbreiten. Tatsächlich herrschen dort - geologisch bedingt - annähernd die selben Abfluss-Schwankungen wie auf einer höheren Auenfläche (Standort Ölper Holz, untere Zone). Ansonsten aber sind die durch Eichen, Ulmen und Eschen geprägten Waldbestände eine Erscheinung der großen Fluss-Täler außerhalb des Gebirges und seines unmittelbaren Vorlandes. Denn dort sind Gefälle und Fließgeschwindigkeit zu groß, als dass sich feine Sink- und Schwebstoffe ablagern könnten. Und diese sind es, die neben der zeitweiligen flutenden Durchnässung die Voraussetzung zur Ausbildung einer Hartholz-Auenvegetation bilden.


[ Kulturfolge: nach Trockenlegung meist Äcker, seltener Wiesen und Weiden ]
[ Vergleich: Fluss-Schotterfluren , Weichholzauen , Sumpf- und Feuchtwälder , Laubwälder der gemäßigten Lagen ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-hartholzaue.html, Stand: 1. Oktober 2005