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Sumpf- und Feuchtwälder

 

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Anmerkungen

Bildserien zu dieser Biotopgruppe


Zwischen den gemäßigten Lagen mit einem ausgeglichenen Waserhaushalt ("Wald der gemäßigten Lagen") und den in stärkstem Maße grundwasserbeeinflussten Standorten, die einen Bruchwald im engeren Sinne tragen (Verlandungszone, Niedermoor) ergeben sich eine ganze Reihe von Zwischenstufen, die wir in dieser Biotopgruppe zusammenfassen wollen. Damit ist die Aufgabenstellung im großen umrissen. Eine weitere Eingrenzung muss jedoch hinzugefügt werden: die Auenbereiche der großen Flüsse werden von uns gesondert aufgefasst (Weichholz-Auwälder, Hartholz-Auwälder).

Im gekennzeichneten Sinne sind an dieser Stelle vor allem die Erlen-Eschen-Wälder zu behandeln, daneben aber auch ein bestimmter Typ des Eichen-Hainbuchen-Waldes, nämlich dessen feuchte Ausprägung.

Grenzen wir zunächst den Wuchsbezirk der Erlen-Eschen-Wälder ein. In der Landschaft zwischen Harz und Heide finden sich ausgedehnte längserstreckte Niederungen, die von keinem größeren Gewässer durchflossen werden. Es handelt sich um "Talzüge ohne Fluss". Am bekanntesten ist das 45 km lange Große Bruch zwischen Hornburg und Oschersleben; als kleinere Beispiele wären der sogenannte Ellernbruch bei Braunschweig-Stiddien oder die außerordentlich breite Niederungszone entlang des Auebaches bei Vechelde zu nennen. Von geologischer Seite lassen sich zwei Entstehungsursachen ausmachen: Ausbildung durch Salzablaugung im Untergrund oder Ausprägung durch eiszeitliche Schmelzwässer. Die eigentliche Frage zielt aber auf die dortigen Standortbedingungen.

Im Jahresverlauf zeigen solche Niederungen, auch durch den Zufluss von den Randhöhen, einen über Monate hinweg erhöhten Grundwasserstand (bis hin zur Überstauung), dann wiederum ein beträchtliches Absinken im Spätsommer und Herbst. Durch das Abtrocknen des Bodens entstehen die Voraussetzungen für eine Mineralisation, so dass die Torfbildung gering ausfällt oder gar nicht mehr stattfindet. Tatsächlich ist die festzustellende Torfmächtigkeit fast immer gering (ob und in welchem Maße dies auf kultivierende Maßnahmen zurückzuführen ist, soll hier aber außer Betracht bleiben). Als weiteres Charakteristikum wird der relativ hohe Nährstoffgehalt in den oberen Bodenschichten genannt, was mit der Herkunft des zufließenden Wassers zu erklären ist.

Das oben erwähnte Große Bruch zeigt am deutlichsten das Schicksal der einstmals im beträchtlichen Umfang vorhandenen nass-feuchten Wälder: nach der Entwässerung und der sogenannten Melioration sind dort lediglich winzige Zipfelchen Wald verblieben, deren Flächenanteil weniger als 1% betragen dürfte.

Von den bisher angesprochenen wechselfeuchten Wäldern müssen die dauerhaft feuchten Quellzonen abgehoben werden. Aber natürlich ergeben sich auch hier Schwankungen im Jahreslauf, jedoch zumeist mit einer gemäßigten Amplitude: geringere Zunahme im Frühjahr, geringeres Absinken im Spätsommer. Besonders interessant ist die Frage, wo sich feuchte Standorte nicht nur punktuell, wie an Quellen, sondern linien- oder flächenhaft ausbreiten. Die begleitende Flora an einem kleinen Bach beispielsweise lässt sich als "schmale Linie" begreifen; eine periodisch gut durchfeuchtete Zone kann sich an Talrändern oder am Fuss von Hanglagen entwickeln, wenn der Grundwasserstrom auf einen stauenden Horizont trifft.

Zur Beleuchtung der Situation an gut durchfeuchteten Talrändern muss ein Blick auf die möglichen Standorte der Rotbuche geworfen werden. Diese Baumart, die bei uns von Natur aus weithin herrschen würde, ist empfindlich gegen zeitweilige oder dauernde Nässe. Untersuchungen konnten zeigen, dass auf lehmigeren Böden bereits ein Grundwasserspiegel, der über 3 Monate hinweg 50 cm oder weniger unter Flur liegt, die Rotbuche schädigt (Ellenberg 1996, S.266f). Der natürliche Baumartenbesatz wird hier von Hainbuche, Stieleiche, Esche und Ahorn gebildet; die entsprechende Waldgesellschaft wird als feuchter Eichen-Hainbuchen-Wald bezeichnet. Wenn wir Hainbuchen oder auch Eichen-Hainbuchen-Bestände heute in beträchtlichem Umfang auf den ökologisch benachbarten Standorten mit einer nur durchschnittlichen Bodenfeuchte vorfinden, so ist dies auf den Einfluss von Waldnutzung und Waldwirtschaft zurückzuführen (vgl. Laubwald der gemäßigten Lagen).


[ Kulturfolge: nach Entwässerung Wiesen und Weiden ]
[ Vergleich: Laubwälder der gemäßigten Lagen , Niedermoore , Hartholzauen ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-sumpfwald.html, Stand: 1. Oktober 2005