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Trockenwarme Hangwälder

 

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Schon vom äußeren Anschein her stellen die trockenwarmen Hangwälder etwas besonderes dar: Die Baumhöhen erreichen kaum 10 m und oft ist eine zweite Baumschicht ausgebildet, in die auch strauchartige Gehölze hineinragen. Gerade unter den strauchartigen Gewächsen herrscht eine ungewöhnliche Vielfalt. Wir finden häufig Weißdorn, auch Liguster, seltener Vogelbeere und Holzapfel und in etwas weiterer Verbreitung wiederum Brombeere, Heckenkirsche und Pfaffenhütchen. Stellenweise ähnelt das Bild einem Buschwald. Damit ist aber auch nicht ganz das Richtige getroffen, da die Bestände doch insgesamt recht hell und offen erscheinen. Der Grund dafür liegt in der geringen Wuchsleistung der Bäume, die gar nicht selten Dürreschäden zeigen.

Charakteristisch für diesen und für ähnliche Waldtypen ist das Auftreten des bei uns sehr seltenen Elsbeer-Baumes (Sorbus torminalis). Neben der Elsbeere, die in einzelnen Exemplaren oder in kleinen Gruppen auftritt, finden sich Hainbuchen, Eichen, Ahorne und gelegentlich auch die Rotbuche. Insgesamt also eine ziemlich bunte Mischung, die jeweils eigene Schwerpunktbildungen besitzen kann.

Regional betrachtet kommen solche Wälder vor allem am südlichen Salzgitter-Höhenzug und am Harly vor, ebenfalls im östlich angrenzenden Sachsen-Anhalt. Das bestandsbildende Auftreten von Hainbuchen und Eichen ist aber für sich genommen nicht entscheidend, denn durch bestimmte Bewirtschaftungsformen lässt sich auch auf gemäßigten Standorten ein solcher Wald etablieren. Es muss schon eine beträchtliche Hangneigung und eine Süd- oder Südwest-Exposition hinzukommen, die die Wasserverfügbarkeit begrenzen und für hohe Durchschnittstemperaturen sorgen.

Man kann nicht behaupten, dass die Enstehung dieser Wälder abschließend geklärt wäre. Einerseits bestehen Anklänge an die trockensten Waldtypen, die wir überhaupt in Mitteleuropa kennen, nämlich Eichen-Buschwälder auf Extrem-Standorten oder Eichen-Hainbuchenwälder kontinentaler Prägung, andererseits ist oben schon deutlich geworden, dass Waldnutzungen, die unter den Begriffen Nieder- und Mittelwaldwirtschaft bekannt sind, die Rotbuche vollständig verdrängen können. Die jüngste Untersuchung, die sich jedoch nur auf den niedersächsischen Teil des Harzvorlandes bezieht, bemüht sich um eine Analyse der Bodenvegetation. Tatsächlich lassen sich Gemeinsamkeiten mit der trockensten Ausbildung der Rotbuchen-Wälder finden, aber die dort vorkommenden Orchideen fehlen im Elsbeeren-Eichen-Wald fast vollständig. Hingegen tritt hier der Blaurote Steinsame stark hervor, so dass er sogar zur Benennung dieser wärmeliebenden Gesellschaft herangezogen wurde.

Ob nun so oder so, es bleibt ein besonderes Erlebnis, diese bei uns so seltsam fremd wirkenden Waldbezirke zu durchwandern und dabei auf botanische Besonderheiten zu treffen, die selbst für den Laien erkennbar sind.


[ Kulturfolge: Kalk-Magerrasen , Steppen-Magerrasen ]
[ Vergleich: Kalk-Buchenwälder ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-hangwald-tw.html, Stand: 1. Oktober 2005