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Laubwälder der gemäßigten Lagen

 

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Die Bezeichnung "Laubwälder der gemäßigten Lagen" dient uns als eine Sammelrubrik für den Wuchsbezirk unterhalb einer Höhenstufe von 175/200 m NN, und bei gleichzeitigem Vorherrschen von ausgeglichenen Standortverhältnissen. Damit können wir einerseits im Tiefland die besonders nährstoffarmen und die besonders feuchten Bodenbedingungen aussondern, andererseits im Hügelland und im tieferen Bergland die waldbestandenen Breit- und Schmalsättel, die fast immer einen stärkeren Einfluss anstehender (Kalk-) Gesteine aufweisen. Als Kernraum bleibt damit die fruchtbare Lösszone, ferner im Südwesten die lössbedeckten Beckenlagen des Berglandes sowie nach Norden hin die fruchtbareren Gebietsteile im Übergang zur Südheide.

Bereits hinsichtlich der Waldverbreitung innerhalb der Börde zeigt sich, dass wir es nurmehr mit wenigen, flächenmäßig sehr eigeengten Restwäldern zu tun haben - die gemäßigten Lagen, vor allem auf Löss, sind für den Ackerbau bestens geeignet. Die bestehenden Wälder sind zudem in vielfacher Weise kulturell überformt, was ebenso für den Bereich nördlich der Lössgrenze gilt und dort an sichtbaren Ackerspuren unter Wald in eindrucksvoller Weise belegt wird.

Das entscheidende Problem liegt nun darin, dass wir die ursprünglichen Waldtypen in diesem Wuchsbezirk nicht oder nicht hinreichend genau genug kennen. Einer älteren Auffassung zufolge soll die Lösszone einst weithin verbreitet einen Eichen-Hainbuchen-Wald getragen haben. Inzwischen ist jedoch hinreichend deutlich geworden, dass die meisten der vorhandenen Eichen-Hainbuchen-Wälder ein Resultat bestimmter Waldnutzungsformen darstellen. Als die eigentlich herrschende Baumart kommt allein die Rotbuche infrage. Der Erforschung dieser Zusammenhänge dient das Programm der "Naturwaldreservate", wobei aber Ergebnisse allenfalls langfristig zu erwarten sind.

Nun hieße es aber, das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn wir auf eine Betrachtung dieser stark kulturell geprägten Wälder gänzlich verzichten würden. Immerhin wird deutlicher, warum wir pauschal von "Laubwald" sprechen. Denn wie man es dreht und wendet, stets wirkt eine Benennung nach Baumarten irreführend. Entweder, weil man sich damit durch die mehrhundertjährige Waldumformung leiten lässt und so die tatsächlichen Zusammenhängen nicht mehr erkennen kann, oder man nimmt eine Baumart zur Benennung, nämlich die Rotbuche, die zumeist gar nicht vorhanden ist.

Um die Sachlage anschaulich zu machen: Auf vergleichbaren Einzelstandorten finden wir heute Laubmischwälder mit beträchtlichem Anteil von Hainbuche vor, oder aber einen Eichenbestand, oder auch einen Buchenwald einschließlich aller Übergangsformen; in der schlimmsten Variante sogar einen Nadelforst. Alle diese Waldtypen sind vom Menschen "erzogen": so weit zu erkennen betrifft dies in großem Maße die vorfindlichen Baumarten, aber auch den Altersaufbau des Waldes. Echte Naturwälder finden sich in Norddeutschland nirgends mehr, was auch hinsichtlich einer ökologischen Betrachtung sehr zu bedauern ist.

In einem weit höherem Maße als die Baumartenbesetzung ist jedoch die Bodenflora als ein Indikator für die Standortverhältnisse aufzufassen. In unser Darstellung zu den Laubwäldern der gemäßigten Lagen wollen wir deshalb vor allem auf die Krautschicht des Waldes die Aufmerksamkeit lenken. Dabei werden dann auch Differenzierungen innerhalb einzelner Wälder deutlich, die zugleich sinnlich erfassbar sind.

Letztlich ist es ja auch die Bodenflora, aus der die entscheidenden Hinweise auf den eigentlich zu erwartenden Waldtyp abgeleitet werden, wie es in neueren wissenschaftlichen Abhandlungen üblich geworden ist. Dabei hat sich übrigens ergeben, dass etliche Waldstücke im Kernraum der Börde von den vorkommenden Kräutern her recht eindeutig dem Waldmeister-Buchenwald zuzuordnen sind, wobei allerdings auch stärker kalkbeeinflusste Waldbereiche vorkommen (Wald-Haargerste-Buchenwald). Abweichungen in die bodensaure Richtung (Hainsimsen-Buchenwald) können ebenfalls auftreten.


[ Ältere Nutzungsvarianten: Hudewald, Niederwald- und Mittelwald-Wirtschaft, Plenterbetrieb ]
[ Kulturfolge: hauptsächlich Äcker ]
[ Vergleich: Sumpf- und Feuchtwälder , Trockene Eichenwälder , Kalk-Buchenwälder ]


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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
Impressum  
http://www.region-braunschweig.de/natur/biotope/gr-laubwald-ms.html, Stand: 1. Oktober 2005