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Burgen: Der regionale Bestand

An dieser Stelle geben wir einen kurzen Überblick über die erhaltenen mittelalterlichen Burgen in der Region Braunschweig. Dabei erwähnen wir im Text nur eine besonders signifikante Auswahl an Zeugnissen. Die vollständige Erfassung unserer Beispiele ist über Karte und Ortsregister möglich (Kartensymbol als Klickfeld oben auf dieser Seite).



Die Landschaft zwischen Harz und Heide, das historische Ostfalen, gehört zu den kulturgeschichtlich reichsten Gebieten Deutschlands. Kaum bekannt ist, daß dabei auch der Bestand an mittelalterlichen Burgen recht stattlich ausfällt. Viele Burgstandorte allerdings weisen heute ein Herrenhaus oder einen Schloßbau auf, die in jüngerer Zeit die Nachfolge als adliger Wohnbau angetreten haben.

Als Kristallisationspunkte der frühen Reichsgeschichte sind die Quedlinburg, die Pfalz Goslar und die Harzburg zu nennen; hier treffen wir auf die Spuren der ottonischen und salischen Königsherrschaft. Die historisch so bedeutende Pfalz Werla ist als Sonderfall zu erwähnen, denn vor Ort findet sich lediglich ein Gedenkstein. Als Zeugnisse aus der Zeit Herzog Heinrichs des Löwen (+ 1195) sind vor allem die Braunschweiger Burg Dankwarderode, die in manchem einer Pfalz ähnelt und die ehedem hart umkämpfte Burg Lichtenberg anzuführen. Bis in das 12. und frühe 13. Jahrhundert reicht eine Reihe von Burgen zurück, die von kleineren Herren angelegt worden sind. Diese versuchten in den unterschiedlichen politischen Konstellationen zwischen den weltlichen und geistlichen Fürsten von Hildesheim, Braunschweig, Halberstadt, Magdeburg und Brandenburg (diese im Mittelalter nur ganz im Nordosten unseres Gebietes), ihren eigenen Aufstieg zu organisieren - mit oder gegen die jeweiligen Lehnsherrn. Ein erfolgreiches Beispiel dieser Art lieferten die von Bartensleben auf der Wolfsburg. Nur wenige Familien konnten sich auf ein umfangreiches Eigengut stützen, wie etwa die Edelherren von Warberg, denen das "Sonnenlehen" - nur von der Sonne gegeben - bescheinigt wurde. In eine letzte, spätmittelalterliche Phase des Burgenbaues gehören mehrere landesherrliche Anlagen: Die Marienburg südlich von Hildesheim, Schöningen und Burg Neuhaus, die beiden letztgenannten mit beträchtlicher finanzieller Unterstützunng seitens der Stadt Braunschweig errichtet, was vor allem die Straßensicherung gegen das Raubrittertum vorantreiben sollte.

Quedlinburg
Goslar
Harzburg
Werla
Braunschweig
Wolfsburg
Warberg
Marienburg
Schöningen
Neuhaus

Als Beispiel für eine der großen Burgen kann die Asseburg genannt werden, die nach den Ausgrabungsbefunden eine Längenerstreckung von 200 m besessen hat, wobei die Außenwerke noch gar nicht berücksichtigt sind. Im 13. Jahrhundert wurde sie eine zeitlang als Reichsburg angesehen. Stellvertretend für die kleineren Anlagen kann die Burg in Schlanstedt angeführt werden.

Asseburg
Schlanstedt

Unter den geographischen Typen sind alle wesentlichen vertreten: Die Höhenburg auf steilem Felsen oder über einem tiefen Flußtal (Reste der Burg Wohldenberg, um nur ein Beispiel zu nennen), die Lage auf einer erhöhten Fluß-Terrasse (Vienenburg) bis hin zu den vielfältigen Typen von Niederungsburgen mit trockenen oder wasserführenden Gräben. Einer Wasserburg kommt Neuhaus (heute Ortsteil von Wolfsburg) mit dem vorgelagerten See schon recht nahe; das beste Beispiel dieser Art bietet jedoch die Burg in Flechtingen, die allerdings wegen der noch andauernden Generalsanierung bisher nicht in die Dokumentation wurde.

Wohldenberg
Vienenburg
Neuhaus

Der bauliche Erhaltungszustand oder auch der Grad der Überformung durch nachträgliche Umbauten weist große Unterschiede auf. Die Dokumentation enthält eine Reihe von eindrucksvollen Ruinen, wie etwa Weferlingen oder Zilly. Als fast vollständig erhaltene Burganlagen sind besonders der Falkenstein und die Westerburg zu würdigen. Unter den kleineren Burgen, die ihre bauliche Geschlossenheit weitgehend bewahrt haben, wären in erster Linie Ummendorf, Altenhausen, Warberg, Neuhaus, Oelber, Veltheim und die Marienburg zu nennen. Für den jüngeren Ausbau als Festung steht der Regenstein bei Blankenburg, nur wenig nördlich des Harzrandes. Ein zwiespältiger Rang fällt dem Schloß Wernigerode zu, das zwar eine imposante, scheinbar mittelalterliche Kulisse bietet, aber nur in den geringsten Teilen wirklich alt ist; wenn man so will, das Gegenstück zum bayerischen Neuschwanstein.

Weferlingen
Zilly
Falkenstein
Westerburg
Ummendorf
Altenhausen
Warberg
Neuhaus
Oelber
Veltheim
Marienburg
Regenstein
Wernigerode

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Region Braunschweig  Ostfalen. Bildungs- und Informationsprogramm
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http://www.region-braunschweig.de/burgen/themen/bestand.html, Stand: 3. November 2005